So weit oder soweit? Seid oder seit? Genauso oder genau so? Das oder dass?

Es gibt einige Dinge – Fehler, um sie beim Namen zu nennen –, die einem in der geschriebenen Welt immer wieder begegnen und die wohl jeder schon gemacht hat. Dazu gehören nicht nur Begriffe, deren Rechtschreibung allgemein schwierig ist, oder grammatikalische Hürden, sondern oftmals auch das fehlende Leerzeichen, das den Unterschied in der Bedeutung ausmacht.

So weit oder soweit?

Soweit ich weiß, ist es nun so weit. Ein lahmer Versuch, den Unterschied in einem Satz zu erklären, das gebe ich zu. Aber schauen wir doch einmal, was genau der Unterschied ist. Das kleine Wörtchen „soweit“ ist wohl das Wort, das mir neben „das/dass“ am häufigsten in falscher Verwendung begegnet.

Ob getrennt oder zusammen kann man sich mit einer einfachen Regel merken. „Soweit“ wird immer dann verwendet, wenn man stattdessen z. B. „sofern“ oder „insofern“ nutzen könnte. Also beispielsweise: „Soweit er wusste, war es die Wahrheit“ oder „soweit es mich betrifft, finde ich es nervig“, aber „so weit er sehen konnte, war nichts als Wiese“ und „es ist so weit“.

Seid oder seit?

Seid ihr bereit? Wahrscheinlich schon seit einer Weile, oder?

Der Satz macht es bereits deutlich, mit d wird das Wort geschrieben, wenn es um Personen geht, mit t, wenn es um zeitliche Dinge geht. Das ist auch eine recht gute Eselsbrücke, finde ich. Zeit -> seit.

Genauso oder genau so?

Nun wird es etwas schwieriger, bzw. nicht genauso leicht wie bei den anderen Beispielen. Aber genau so muss es sein 😉

Eigentlich sind die Fälle selten, in denen „genauso“ getrennt geschrieben wird. Das sind die Fälle, in denen betont wird „genau so und nicht anders“. Andernfalls bleibt es bei einem Wort, z. B. „genauso wenig“, „genauso laut“ oder „er hat es genauso gemacht wie immer“.

Das oder dass?

Ist es richtig, dass „das“ ein Wort ist, das häufig falsch verwendet wird? Eindeutig. Auch ich merke beim Korrekturlesen meiner eigenen Bücher manchmal, dass ich ein s verschluckt oder unerlaubterweise angehängt habe.

Und wann schreibt man nun „das“? Eigentlich immer, wenn es sich auf ein Substantiv bezieht, das sächlich ist, also „das Haus“, „das Land“, „das Pferd“, „das Kind“ usw. Dazu zählen natürlich auch substantivierte Verben („das Laufen“ etc.).

Schwieriger wird es bei Sätzen wie diesem: „Er glaubte nicht daran, das noch tun zu können.“ Hier muss man sich ansehen, worauf sich das „das“ bezieht. Vermutlich steht im vorhergehenden Satz etwas wie „Einmal im Leben hatte er nach Australien reisen wollen“. Hier bezieht sich das „das“ also auf den vorherigen Satz.

Schreibt man den Satz nur ein klein wenig um, sieht es ganz anders aus: „Er glaubte nicht daran, dass er es noch tun konnte.“ Hier nimmt das „es“ den Platz ein, den Bezug zum vorhergehenden Satz herzustellen.

 

Es gibt noch viel, viel mehr Beispiele für Verwechslungsgefahr und sicher genauso viele Gedankenstützen, um dem zu begegnen. Habt ihr noch Wörter, die euch ständig falsch begegnen? Vielleicht habe ich auch vergessen, eine wichtige Besonderheit zu erwähnen, oder mich an einer Stelle im Text geirrt (kommt häufiger vor, als mir lieb wäre *g*). Schreibt mir einfach einen Kommentar 🙂

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