E-Book veröffentlichen – Teil 2: Preis und Verlag

In Teil 1 meiner kleinen Artikelreihe habe ich ein paar Erfahrungen und Tipps zur Formatierung des Dokuments aufgeschrieben. In diesem Teil geht es nun um die Auswahl des Veröffentlichungswegs.

Teil 2: Wo, wie und wie teuer?

Ist das Buch fertig geschrieben, korrigiert und lektoriert, soll es den Lesern zur Verfügung gestellt werden. Doch was ist dafür der beste Weg? Wenn man als Autor seinen Text oder sein Buch kostenlos anbieten möchte, ist es nicht besonders schwer, doch in der Regel möchte man wenigstens etwas Geld dafür nehmen.

Die Suche nach dem Preis

Das Wichtigste vorweg: Auch für E-Books gilt die Buchpreisbindung! Wer also ein E-Book an einem Ort (z. B. Amazon) für 2,99€ anbietet, muss diesen Preis auch an allen anderen Orten (z. B. iBookStore etc.) für den selben Preis einstellen, auch im eigenen Shop – falls man so etwas haben sollte. Alles andere ist nicht erlaubt!

Schaut man sich die E-Book-Preise vieler Bücher an, so wird man feststellen, dass sie oftmals nur ein Stück weit unterhalb des Preises für das Print-Exemplar liegen – sofern es eine Print-Version gibt. Amazon versucht schon seit Längerem, diesen Umstand zu ändern. Ich möchte die Diskussion zu diesem Thema nicht bewerten, für interessierte (und des Englischen mächtige) Leser, gibt es hierzu einen offenen Brief vom Amazon Books Team: http://www.readersunited.com/ und noch viele weitere Quellen im Netz.

Die Wahl des Preises ist immer auch eine Frage, wie man seine potenzielle Leserschaft einschätzt. Es könnte sein, dass man beispielsweise bei einem Preis von 3,99€ so viel mehr E-Books verkauft als bei einem Preis von 4,99€, dass die Provision insgesamt höher ist. Nehmen wir der Einfachheit halber an, die Provision beträgt 50% vom Verkaufspreis. Verkauft man 20 E-Books für 4,99€, erhält man also 49,90€ Provision. Bei einem Preis von 3,99€ müsste man demnach 25 E-Books für die gleiche Provision verkaufen, bei einem Preis von 2,99€ etwa 33. Bei einem Preis von 8,99€ nur 11 Stück.

Abgesehen von der Provision ist jedoch auch die Frage zu stellen, wie wichtig eine höhere Anzahl an Lesern ist. Je mehr Personen ein (gutes) Buch lesen, desto mehr wird es auch weiterempfohlen. Bei (annähernd) gleicher Provision ist meiner Ansicht nach also eine höhere Leserschaft viel wichtiger, insbesondere wenn man als Autor noch unbekannt ist.

Bei meinem ersten Buch, das als Taschenbuch 12,99€ kostet (siehe diesen Artikel), habe ich für das E-Book einen Preis von 4,99€ angesetzt. Das schien mir zum damaligen Zeitpunkt, gemessen am Taschenbuchpreis, die richtige Wahl zu sein. Im Moment tendiere ich jedoch dazu, dass es vielleicht sinnvoller ist, sich an anderen E-Books zu orientieren, statt an der Taschenbuch-Ausgabe des eigenen Werkes.

Einen Preis von unter 3,99€ finde ich allerdings für einen Roman normalen Umfangs zu gering. Das klingt dann für mich schon etwas nach „Preisdumping“. Wenn ich E-Books mit Preisen von 0,99€ bis 2,99€ sehe, frage ich mich oft, ob der Autor mit Selbstbewusstsein hinter seinem Werk steht oder es für „zu schlecht“ ansieht, um einen höheren Preis zu rechtfertigen. Natürlich ist der Preidruck hoch, aber irgendwo muss ja auch mal eine Grenze sein, oder nicht?
Die Erfahrung hat mich inzwischen gelehrt, dass die Preise stark genreabhängig sind. Der Abschnitt, den ich gestrichen habe, gilt meiner Ansicht zwar immer noch, jedoch nur für bestimmte Genres. Im Bereich Krimi/Thriller und auch (ein wenig geringer) bei Fantasy ist der Konkurrenzdruck so hoch, dass es für einen unbekannten Autor schwierig ist, einen Preis über 2,99€ erfolgreich durchzusetzen. Besonders, wenn es das Erstlingswerk ist. Ich korrigiere daher meine Aussage um einen Euro nach unten 😉

Ich habe noch einen kleinen E-Book-Preis-Finder erstellt, der eine Hilfestellung bei der Preisfindung geben soll. Die endgültige Entscheidung über den Preis muss allerdings jeder für sich selbst treffen.

Die Auswahl des Distributors

Hat man das E-Book fertig und sich für einen Preis entschieden (ja, das würde ich vor der Auswahl des Distributors machen), geht es darum, das Buch auch unter die Leser zu bringen. Hierbei gibt es verschiedene Ansätze, die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.

Amazon

Mit KDP (Kindle Direct Publishing) bietet Amazon Autoren die Möglichkeit, ein E-Book direkt im E-Book-Katalog anzubieten. Hierfür wird nicht einmal eine ISBN benötigt. Der Autor ist in diesem Fall im Eigenverlag tätig.

Vorteile / Chancen:

  • Amazon bietet einen Veröffentlichungsprozess, den man meiner Ansicht nach recht gut durchschauen kann. Die Veröffentlichung ist relativ einfach, eine Konvertierung des Buches wird durch Amazon vorgenommen, wobei ich ehrlich gesagt empfehlen würde, diese selbst zu machen und direkt ein .mobi hochzuladen. Dazu werde ich in Teil 3 der Reihe etwas schreiben.
  • Weiterhin gibt es die Möglichkeit, ein bei Amazon KDP veröffentlichtes E-Book im KDP Select, einem speziellen Zusatzprogramm, anzumelden. Dieser Zusatzvertrag gilt immer für 90 Tage und verlängert sich automatisch, wenn er nicht rechtzeitig gekündigt wird. Durch die Teilnahme an KDP Select können Kindle-Besitzer das Buch kostenfrei ausleihen. Für jedes verliehene Buch zahlt Amazon dann im nächsten Monat einen Anteil aus einem Fond aus. Die Entlohnung hierbei schwankt monatlich stark, ich habe schon Beträge zwischen 0,80€ und 1,65€ pro geliehenem Exemplar erlebt.
  • Im KDP Select gibt es auch die Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum Aktionen zu starten, in denen man das E-Book reduziert oder auch kostenlos abgibt.
    Achtung! Das kostenlose Anbieten des E-Books ist nicht ungefährlich, denn der Run auf diese Angebote ist groß und man könnte sich einiger Leser berauben, die sonst für das Buch gezahlt hätten. Andererseits kann es ein gutes Marketinginstrument sein, um die Reichweite zu erhöhen und sich als Autor bekannter zu machen.

Nachteile / Risiken:

  • Meldet man ein Buch im KDP Select Programm an, ist dies exklusiv. So lange das Buch dort angemeldet ist, darf man es auf keinem anderen Weg vertreiben! Das gilt natürlich nicht für die normale KDP-Teilnahme, sondern nur für Select.
  • Die KDP Select Bücher können von Kindle-Nutzern kostenfrei ausgeliehen werden. Man bekommt zwar auch hier einen kleinen Erlös, der jedoch unter Umständen deutlich unterhalb des Verkaufspreises liegt.
  • Amazon / Kindle ist zwar ein großer Markt, aber nicht der einzige. Es gibt auch andere E-Book-Stores, die gut genutzt werden, zum Beispiel den iBookStore, Weltbild oder Google Books, um nur einige zu nennen. Der Aufwand, das Buch bei allen Anbietern einzeln einzustellen, ist groß – eigentlich zu groß. Bei bestimmten Anbietern benötigt man zudem eine ISBN für die Veröffentlichung.

Distributoren

Unter diese Kategorie fallen für mich zum Beispiel XinXii, epubli und andere. Diese Anbieter geben einem Autor die Möglichkeit, das E-Book bei unzähligen Shops gleichzeitig anzumelden und verkaufen sie zudem auch über einen eigenen Online-Shop. Dabei kümmert sich der Distributor je nach Leistungsangebot auch um die Konvertierung in die benötigten Formate und  / oder stellt eine ISBN zur Verfügung. Die Kosten für eine Veröffentlichung und die angebotenen bzw. enthaltenen Leistungen unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich. Man sollte also ganz genau in die Preislisten und Bedingungen schauen.

Zum jetzigen Zeitpunkt (beim Schreiben dieses Artikels) liegt der Preis für die Veröffentlichung inklusive ISBN bei epubli bei 14,95€, XinXii bietet diese (für Belletristik) kostenfrei an.

Auch auf die Provisionen muss man achten, denn diese unterscheiden sich je nach Anbieter, Preis des E-Books und Vertriebsweg. Am meisten Provision erhält der Autor, wenn das E-Book über den Shop des Distributors verkauft wird (aktuell XinXii 70%, epubli 80%) oder über andere Shops wie z. B. Amazon (aktuell XinXii 50%, epubli 60%).
Achtung! Liegt der Preis über oder unter gewissen Grenzen (in der Regel unter 2,99 oder über 9,80), fällt die Provision oft deutlich niedriger aus.

Achtung! Es versteht sich fast von selbst, aber: Immer in die AGB und die Verträge schauen! Lange Vertragslaufzeiten oder Kündigungsfristen, besondere Pflichten oder Exklusivität sollte man hierbei meiden.

Vorteile / Chancen:

  • Gleichzeitige Verteilung des E-Books an viele Online-Shops ohne Mehraufwand für den Autor
  • Meist geringe oder keine Gebühren für die Veröffentlichung
  • Komfortable Abrechnung (alle Provisionen aus einer Hand)

Nachteile / Risiken:

  • Der Autor muss dem Distributor gleich in mehrerer Hinsicht vertrauen. Die Verkaufsstatistiken der E-Books werden vom Distributor ausgewertet und an den Autor weitergegeben. Direkten Zugriff auf die Statistiken der einzelnen Online-Shops gibt es normalerweise nicht.
    Außerdem fließen alle Einnahmen zuerst an den Distributor und dieser schüttet sie dann prozentual an den Autor aus.
  • Die angebotene Konvertierung ist nicht immer optimal. Ich hatte das Problem ebenfalls (siehe diesen Artikel) und habe mich schließlich dazu entschieden, die Konvertierung selbst vorzunehmen und die fertigen Formate (PDF, epub und mobi) beim Distributor hochzuladen.

Verlage

Diese Kategorie liste ich noch einmal extra auf, obwohl Distributoren wie XinXii oder epubli eigentlich auch als Verlag auftreten. Es gibt aber noch andere Anbieter, wie zum Beispiel neobooks. Diese gehören direkt oder indirekt zu größeren Verlagen und bieten dadurch ggf. noch weitere Möglichkeiten.

Vorteile / Chancen:

  • siehe Distributoren
  • ggf. die Chance, auch einen Verlagsvertrag zu bekommen
    neobooks zum Beispiel bietet einen Wettbewerb, bei dem das E-Book sich den Bewertungen der Leser und der Lektoren stellt. Die Top-Bücher (aber nicht ausschließlich die) haben dann die Chance, von einem Verlag genommen zu werden (Details dazu hier bei neobooks direkt).

Nachteile / Risiken:

  • Im Grunde: siehe Distributoren (wobei ich diese bei größeren Verlagen geringer einschätzen würde)

Auch wenn diese Verlage mit der Chance werben, dass einige E-Books einen Verlagsvertrag kriegen, sollte man nicht zu viele Hoffnungen darein setzen. Immerhin gilt es hier gleich mehrere Hürden zu nehmen. Zuerst ein Leservoting und dann noch das normale Verlagslektorat. Somit gilt hier das Gleiche wie auch bei allen anderen Self-Publishing-Varianten: aktive Selbstvermarktung ist ein Muss (aber nicht übertreiben!).

Meine Präferenz

Als ich mein E-Book veröffentlicht habe, waren die Konditionen von XinXii für mich das Optimum, heute würde ich mich wahrscheinlich für epubli oder auch neobooks entscheiden. Es empfiehlt sich also, die Anbieter noch einmal genau zu vergleichen, wenn es soweit ist.
Nachtrag: Meine Wahl ist doch wieder auf XinXii gefallen. Mehr dazu gibt es in einem anderen Artikel.

 

Dies war der zweite Teil meiner Artikel-Reihe zur E-Book-Veröffentlichung. Ich hoffe, ich konnte ein paar Einblicke und Tipps / Entscheidungshilfen geben. Teil 3 der Reihe ist inzwischen ebenfalls online. Darin geht es um die Konvertierung in die E-Book-Formate.

7 thoughts on “E-Book veröffentlichen – Teil 2: Preis und Verlag

  1. Danke für diesen klar strukturierten Leitfaden in Bezug auf Bepreisung für Selfpublisher.
    Ich hatte mir mal überlegt, ein nicht mehr erhältliches Buch von mir per KPD noch mal zu veröffentlichen, aber der Aufwand übersteigt für mich den Nutzen, da aus heutiger Sicht ein Großteil der Texte schlicht unbrauchbar für eine Veröffentlichung wäre.
    Aber ich bin mir sicher, dass dieser Blogpost vielen SP-Autoren weiterhelfen wird.

  2. Die Buchpreisbindung für E-Books ist freilich grober Unfug und verfehlt ihren Zweck aus vielerlei Gründen, umgangen werden kann sie jedoch, indem man pro Shop eine andere „Ausgabe“ veranstaltet, die dann in der Tat einen anderen, doch einheitlichen Preis als die anderen Ausgaben aufweisen darf.

    Der Preis für E-Books richtet sich wie überall anders auch nach Angebot und Nachfrage. Preisdumping muss nicht unbedingt durch mangelndes Selbstbewusstsein zustandekommen, sondern kann auch im ständig zunehmenden Überangebot begründet sein, sodass der geringere Preis als Wettbewerbsvorteil wirkt. Leute, die für ein E-Book bereit sind, im Sinne einer bewussten Künstlerunterstützung mehr Geld auszugeben, sind überdies ein anderes Marktsegment als Käufer zu günstigsten Preisen, und verschiedene Autoren versuchen mit ihrer Preisgestaltung diese Segmente gezielt anzusprechen.

    Bei Amazon fehlt unter den Nachteilen, dass es sich um ein proprietäres Ökosystem per Vendor Lock-in handelt, welches Autor und Leser mit 30% vom Gewinn bezahlen. Im Direktvertrieb behält der Autor unter Abwesenheit solcher künstlicher technischer Beschränkungen 100% vom Gewinn ein.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Natürlich richtet sich der Preis nach Angebot und Nachfrage, doch diesbezüglich muss man etwas vorsichtig sein, denke ich.
      Ab einem gewissen Punkt muss man sich als Autor auch fragen, ob es sinnvoll ist, dieses Preisdumping mitzugehen oder eben nicht. Und in dieser Hinsicht spielt schon das Selbstbewusstsein eine Rolle.

      Bezüglich des genannten Nachteils zu Amazon:
      Das kann ich so nicht bestätigen. Der Direktvertrieb ist für die meisten Neuautoren schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Distributoren bieten für die entsprechenden einbehaltenen Anteile auch eine Gegenleistung. Ob man diese benötigt, muss natürlich jeder für sich entscheiden.
      Das gilt im Übrigen nicht nur für Amazon, sondern auch für alle anderen, die es da so gibt. iBookstore, Google Books usw. um nur einige zu nennen.

      1. Sicher, für manche Leser wäre (je nach Art des Inhalts) ein niedriger Preis ein Indikator für schlechte Qualität. Allgemein betrachtet ist es mithilfe des Begriffs „E-Book“ erstmals gelungen, Webseiten zu verkaufen, was z.B. Bloggern immer noch nicht so wirklich gelungen ist. Während einerseits also neue Absatzwege für die Content-Produktion gefunden wurden, sorgt die Digitalisierung für eine wachsende Anzahl an Produzenten und Angeboten, neue Modelle wie Flatrates und Subskription für die Abkehr vom Zusammenhang zwischen Preis und einzelnem Exemplar, sog. „Piratenseiten“ für Dumpingzwang und illegales Filesharing für die gänzliche Aufhebung eines Marktes, weswegen es sicher nicht verkehrt sein dürfte, sich als Quelle für interessante Werke zu etablieren, die dann auch erstmal für die Herstellung und initiale Veröffentlichung mit hohen Preisen versehen werden, um dann hinterher über die gesamte Lebenszeit des Titels sowohl freiwillige, bewusste Unterstützer als auch neue Interessenten via reduziertem Preis abzugreifen. Wenn man sich nicht das persönliche Ziel gesetzt hat, mit seinen Werken möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen (was schon fast dafür garantiert, dass man genau dies mit dieser Herangehensweise nur äußerst schwer erreichen kann), hat man als Autor sicher die Chance, an einem digitalbasierten neuartigen Literaturbetrieb auch längerfristig beteiligt sein zu können.

        Beim Direktvertrieb stellt sich die Frage, was daran für den Autor unmöglich sein sollte. Technisch gibt es mittlerweile etliche Optionen, das relativ einfach umzusetzen oder sehr günstig umsetzen zu lassen, um steuerrechtliche Themen muss sich der Autor ohnehin kümmern, und das Publikum freilich ist nur aus historischen Gründen in erster Linie auf Amazon anzutreffen, kann aber umgeleitet werden und in Zukunft sollten da auch Plattform-Alternativen entstehen, die derartiges ermöglichen. Letztendlich basiert alles, was mit E-Books zu tun hat, auf Web-Technologie, und die ist mittlerweile zweifelsohne in der Lage, alle benötigten Komponenten jedermann und äußerst günstig, wenn nicht gar sowieso kostenlos, zur Verfügung zu stellen.

        In der Tat betrifft das nicht allein Amazon, sondern alle E-Book-Shops, die nicht nur die Kosten für die reine Distribution berechnen, sondern ganz erheblich zu ungunsten der Autoren und Leser mitverdienen, nachdem diese durch künstliche Beschränkungen fernab technischer Notwendigkeit an das Ökosystem gebunden wurden. Im Blog-Post oben wurde allerdings nur Amazon mit Vor- und Nachteilen aufgeführt, darum habe ich mich darauf bezogen. Wenn ich als Kunde die Wahl habe zwischen dem Erwerb bei diesen E-Book-Shops oder direkt beim Autor (bzw. einer entsprechenden Plattform) und der Preis infolge der Buchpreisbindung gleich ist, erhält der Autor im Direktvertrieb logischerweise prozentual mehr Gewinn, sodass der einzigste Unterschied lediglich darin besteht, ob ich jetzt auf dieser oder jener Seite nach einem E-Book suche. Und das kann man in der Tat besser bauen als bei Amazon und Konsorten.

        1. Im zweiten Absatz steht ein Teilsatz, der es für mich recht gut trifft:

          […] das Publikum freilich ist nur aus historischen Gründen in erster Linie auf Amazon anzutreffen […]

          Ich bezweifle allerdings den darauf folgenden Teil, dass es einfach ist, die Leser umzuleiten. Das mag für etablierte Webseiten oder Autoren gelten, nicht jedoch für relativ unbekannte Vertreter.

          Der steuerliche Aspekt ist nicht das einzige Problem, das sich im Direktvertrieb stellt. Wer selbst einen Shop betreibt (und auch der Verkauf eines einzelnen E-Books gehört dazu), muss sich auch im rechtlichen Sinne und in der Kundenbetreuung um deutlich mehr kümmern.
          Für einen Autor geht es doch darum, dass sein Buch gefunden und gelesen wird. Sofern es nicht bereits viele Stammleser gibt, funktioniert dies nun einmal auf etablierten Portalen am besten.

          Ein Self-Publisher muss sich bereits um viele Dinge kümmern. Dazu zählt das Marketing als großer Posten. Ich hätte keine Lust, mich dann auch noch um den Vertrieb und die damit in Verbindung stehenden Dinge zu kümmern, da gebe ich lieber einige % der Provision ab und überlasse das den Distributoren.
          Ich bin auch niemand, der direkt bei Amazon anbietet (das wäre mir steuerlich viel zu umständlich), sondern verzichte noch auf ein paar % mehr. Dafür kümmert sich ein Distributor um die Einstellung bei und Abrechnung mit den verschiedenen Shops.

          1. Das ist natürlich alles richtig. Idealerweise werden in Zukunft hoffentlich mehr Werkzeuge zur Verfügung stehen, um diese Themen besser angehen zu können, denn obwohl sich auf diesem Gebiet bereits einiges getan hat, fehlt noch ein gutes Stück hin zu einem ganzheitlich digitalen Literaturbetrieb zum Vorteil aller Beteiligten (außer den restriktiven Rechteverwertern und anderen ähnlich künstlich verknappenden, einschränkenden Teilnehmern).

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