Ein Auszug aus meinem neuen Roman

Auch wenn die letzte Runde des Feinschliffs am Roman noch lange nicht abgeschlossen ist, möchte ich euch heute den Prolog präsentieren. Ich hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen.

In einem kleinen Ort nahe der französischen Riviera

Die meisten Bewohner schliefen tief und fest, als sich die Wolken über den Häusern zusammenzogen. Innerhalb weniger Minuten verdunkelte sich der Himmel, bis man kaum noch die eigene Hand vor Augen sehen konnte. Nicht einmal der Schein des Mondes vermochte durch die dichte Wolkendecke zu dringen. Dann begann es zu regnen. Wie kleine Diamanten fielen die Tropfen zur Erde und funkelten, als wäre in jedem von ihnen ein glitzernder Stern gefangen.

Ein älterer Mann lag auf einer Bank an der einzigen Bushaltestelle im Ort. Die Tropfen durchnässten die Zeitung des Vortages, mit der er sich notdürftig zugedeckt hatte. Fluchend stand er auf und suchte in einem Hauseingang Schutz vor dem Regen. Als er nach oben blickte, um zu sehen, ob der Regen bald nachlassen könnte, stutzte er. Die dichte Wolkendecke schien sich nur über diesem Ort ausgebreitet zu haben.

Neugierig lief der Mann die Straße entlang bis zum Stadtrand. Tatsächlich. Kaum hatte er das letzte Haus hinter sich gelassen, hörte es abrupt auf zu regnen. Verwundert drehte er sich um. Eine Armlänge entfernt fielen die glitzernden Wassertropfen weiterhin wie ein dichter Vorhang zur Erde.

Während der Mann noch kopfschüttelnd dieses Wetterphänomen betrachtete, lösten sich die Wolken so schnell auf, wie sie gekommen waren. Kaum zwei Minuten später schien der Mond von einem sternenklaren Himmel auf den Ort herunter, als wäre nichts gewesen.

 

8 Gedanken zu „Ein Auszug aus meinem neuen Roman

  1. Gesamt gefällt mir der Prolog, trotzdem habe ich was zu meckern (ist aber konstruktiv gemeint):

    Wie kleine Diamanten fielen die Tropfen zur Erde, als wäre in jedem von ihnen ein glitzernder Stern gefangen. — Wenn es wegen der Wolken stockdunkel ist, wie können die Regentropfen noch glitzern? Wenn das durch eine Straßenlaterne verursacht wird, solltest Du die erwähnen.

    Das Wort „Ort“ kommt eindeutig zu oft vor, zusätzlich noch im „Ortsrand“.

    Widerspruch: Erst schreibst Du: „Die dichte Wolkendecke schien sich nur über diesem Ort ausgebreitet zu haben.“ Und dann: „Die Regenwand verlief in einem weiten Bogen um den Ort herum“. Das würde bedeuten, dass es überall regnet, nur nicht im Ort (Dorf, Stadt).

    Nichtsdestotrotz interessiert mich, worum es da geht!

    Grüße
    Julia

    1. Ich habe einige Anregungen umgesetzt. Der neue Prolog sieht nun so aus: (siehe oben, habe ihn ersetzt).

      Zur Erklärung, warum die Tropfen funkeln können: Es ist ja kein normaler Regen 😉 aber das kommt dann erst viel später.

    2. Julia hat recht: unter eine Regenwand stellt sich der Leser einen relativ schmalen aber dichten Regenstreifen vor, der wie eine Wand wirkt. Eine Wand kann einen Ort umschließen, aber ihn nicht überdecken. Das würde tatsächlich bildlich bedeuten, dass sich der Regen wie einer Schleier um den Ort gelegt hat, und dieser Ort tatsächlich regenfrei ist. Auch ein interessantes Phänomen, aber hier wohl nicht so gemeint. Gemeint ist wohl der Regenrand, wenn mann sich die Regenwolke wie eine „Scheibe“ über dem Ort hängend, vorstellt.
      Den Ort würde ich kurz beschreiben: ist es eine kleine Stadt, ein Dorf, oder nur ein Gruppe Häuser mit einer Straße?
      Und Diamanten glitzern immer, gerade in der finsteren Nacht, oder?
      Ein interessanter Prolog, zum weiterlesen einladend!

      1. Das fällt mir jetzt auf: Das Wort Schleier ist unglücklich gewählt, Schleier legen sich über jemanden. Sorry, aber ihr wisst, was ich meine.

  2. Den ersten Abschnitt würde ich ändern, mehrmals das Füllwort „noch“ lässt den Text humpeln. Und das sternenklare kommt am Schluss noch mal, wo es eine stärkere Wirkung hat. Ansonsten gut, allerdings zu kurz, um sagen zu können, ob mich das Buch mitnehmen würde.
    Dass die Tropfen funkeln, auch wenn keine Lichtquelle erwähnt wird, stört m.E. nicht. Ist ja Fantasy.

    „Die meisten Bewohner schliefen tief und fest, als sich die Wolken über den Häusern zusammenzogen. Der Himmel verdunkelte sich, bis man kaum die eigene Hand vor Augen sehen konnte. Nicht einmal der Schein des Mondes drang durch die dichte Wolkendecke. Dann begann es zu regnen. Wie kleine Diamanten fielen die Tropfen zur Erde und funkelten, als wäre in jedem von ihnen ein glitzernder Stern gefangen.“

    1. Danke, Gabi.
      Ich denke mal, das eine „noch“ würde ich drin lassen (bei Hand vor Augen), das andere ist dann zu viel, da hast du recht.
      Habe entsprechend den Text im Beitrag oben geändert.

      Für eine Beurteilung des Buchs ist der Abschnitt natürlich zu kurz, das ist mir bewusst. Aber danach kommt erst einmal nur „Alltag“. Das heißt, ich wollte zu Beginn etwas Geheimnisvolles haben, um ein wenig einzustimmen.

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