Die Arbeit am Buch

Es geht gut voran mit der Geschichte um Mira und Luisa. Ja, richtig gelesen! Diesen Namen hatte ich bisher noch nicht erwähnt, aber er spielt auch eine Rolle im neuen Roman.

Inzwischen bin ich, wie ich auf facebook schon kurz erwähnt hatte, bei etwa 100 Buchseiten angekommen und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Lust ist weiterhin vorhanden und das Schreiben geht mir gut von der Hand.
Update 3. September 2014: Das Buch ist inzwischen in seiner Rohfassung fertig und benötigt nun die finale Runde „Feinschliff“. Grund genug, einmal etwas über meine grundsätzliche Arbeitsweise am Buch zu schreiben.

Wann schreibe ich?

Da ich voll berufstätig bin, bleibt für mein Hobby in der Regel nur der Feierabend und die Wochenenden. Natürlich darf ich meine Lebensgefährtin auch nicht vollends vernachlässigen, ein bisschen gemeinsame Freizeit sollte dann zumindest noch vorhanden sein.

Wenn ich abends schreibe, dann oft auf dem Sofa, den kleinen Laptop auf dem Schoß. Mich stört es auch überhaupt nicht, wenn nebenbei der Fernseher läuft, das kriege ich dann nicht einmal großartig mit. Manchmal schreibe ich aber auch im Heimbüro am PC, was, wie ich gemerkt habe, dann doch etwas produktiver ist.

An den Wochenenden kommen in der Regel die meisten Seiten zusammen, da ich dort die meiste Zeit am Stück schreiben kann. Es dauert immer eine Weile, bis ich wieder in die Geschichte reingekommen bin und sich ein „Fluss“ beim Schreiben entwickelt. Bis zu diesem Punkt kann es manchmal ganz schön mühsam sein. Insbesondere, wenn der Kopf noch mit den Gedanken des Arbeitstags gefüllt ist.

Wie schreibe ich?

Ich habe inzwischen mehrfach gelesen, dass die Herangehensweisen bei einem Buch so unterschiedlich sind wie die Autoren selbst. Einige planen die komplette Handlung im Voraus, entwickeln die Charaktere bis ins Detail und schreiben dann die Geschichte. Andere schreiben einfach drauflos und lassen sich die Geschichte entwickeln, während sie schreiben. Wiederum andere nutzen eine Mischung aus beidem und definieren nur grobe, wichtige Randpunkte in der Geschichte und schreiben die Teile dazwischen, wie die Ideen gerade kommen.

Ich würde mich eher zu dieser dritten Gruppe zählen, wobei ich die Randpunkte wirklich nur sehr grob definiere. Wenn ich an Die Frauenkammer zurückdenke, hat sich das „geplante“ Ende bestimmt drei- oder viermal geändert, bis das Buch fertig war. Da sehe ich auch die Gefahr, wenn man ein Buch von Anfang an genau durchplant. Ich denke, man beschneidet sich dabei in der Kreativität, denn wenn mir später eine gute Idee kommt und diese nicht mehr zum geplanten Fortgang der Story passt, muss ich entweder den Rest der Geschichte ändern oder meine Idee verwerfen. Mir ist dann die gute Idee wichtiger als vorher geplante Handlungen.

Wo erhalte ich Feedback?

Ich habe das Glück, dass ich drei sehr interessierte Testleserinnen habe. Immer, wenn ich eine gewisse Anzahl an Seiten geschrieben habe (meist zwischen 8 und 15), liest meine Lebensgefährtin den neuen Teil, korrigiert Schreibfehler und macht Verbesserungsvorschläge bei unschönen oder unverständlichen Formulierungen. Nachdem ich diese eingearbeitet habe, bekommen meine Schwiegermutter (in Spe) und meine Mutter den vorkorrigierten Teil zu lesen. Dies ist meistens einmal in der Woche, manchmal auch nach vierzehn Tagen der Fall. Auch von dort kriege ich dann Rückmeldungen, in der Regel überwiegend inhaltlicher Natur.
Meine Mutter ist eine besonders kritische Leserin. Das Feedback-Telefonat für fünfzehn Seiten kann sich dann schon mal über eine Stunde hinziehen, wenn über Logik der Handlung, Grammatik und Personen diskutiert wird. In einigen Punkten sind wir dann auch nicht unbedingt immer ganz einer Meinung.
Allgemein wären die Geschichten ohne meine drei Frauen ganz sicher nicht so ausgefeilt.

Bevor ich jemanden vergesse: Inzwischen gibt es auch einen männlichen Testleser, denn zusammen mit meiner Mutter liest auch ihr Mann die Texte. Die Anmerkungen der beiden erhalte ich dann in einem Rutsch.

Was mache ich bei einer Schreibblockade?

Ganz ehrlich: eigentlich nichts. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht, und ich schreibe am nächsten oder übernächsten Tag weiter. Ich habe keinen Zeitdruck und keinen Abgabetermin. Da muss ich mir keinen Stress machen, denn ein Hobby soll ja Spaß machen. Irgendwann kommt dann die passende Idee und die Blockade ist vorüber.

Noch mehr Arbeit am Computer?

Für den ein oder anderen mag es komisch klingen, dass ich in meiner Freizeit am Computer Bücher schreibe, wo ich doch schon während meiner Arbeitszeit ständig am Computer sitze. Für mich ist das allerdings nicht vergleichbar. Das Schreiben ist für mich eher ein Ausgleich zur Arbeit. Ich kann meinen Gedanken, meiner Fantasie freien Lauf lassen und das macht mir einfach Spaß.
Das soll nicht heißen, dass mir meine Arbeit keinen Spaß macht, aber es ist ein ganz anderer Bereich, der eine willkommene Abwechslung zum Alltag bietet.

Und was ist mit Geld?

Was ich direkt sagen kann: Ich glaube nicht, dass man mit dem Schreiben anfangen sollte, um reich zu werden. Es muss Spaß machen. Wenn ich vielleicht einen oder zwei Euro pro verkauftem Buch bekomme, müsste ich jeden Monat mehrere Tausend verkaufen, um davon den alleinigen Lebensunterhalt zu bestreiten. Das ist nicht realistisch, wenn man nicht gerade einen Bestseller geschrieben hat. Dazu gibt es zu viele Bücher und die Werbung für ein einzelnes Buch ist zu schwierig und oft auch zu teuer, wenn man viele Leser erreichen will. Ich denke dabei zum Beispiel an Online-Werbung oder Zeitungsanzeigen, die schnell in hohe drei- bis vierstellige Beträge reichen.

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